Lernen im Geburtshaus

Die Idee:

Das Wissen um natürliche Vorgänge im Körper, die innere Orientierung und ein realistisches, gesundes Körperbild kommen in der heutigen Zeit leider oft zu kurz. Kinder und Jugendliche werden in der Medienwelt Formaten und Bildern ausgesetzt die mit der Realität wenig zu tun haben. Auch Schwangerschaft, Geburt und der Umgang mit Neugeborenen werden fehlerhaft und häufig technisiert dargestellt. Die wenigen Szenen die beispielsweise eine Geburt zeigen, vermitteln eher Schrecken und den Eindruck es handle sich um einen rein medizinischen Vorgang. Daher fehlt vielen Kindern und Jugendlichen eine realistische Vorstellung von dem wie es sein könnte und auch das Wissen um eine Alternative zur Krankenhausgeburt. Viele wissen nicht, dass Kinder auch zu Hause oder im Geburtshaus geboren werden können, wie Geburtsvorbereitung helfen kann oder dass nicht jedes Kind einen Schnuller oder eine Flasche braucht.

Das Projekt:

Das Projekt bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, rund um Schwangerschaft, Geburt und Elternsein anschaulich und lebensnah zu lernen. Im Geburtshaus als einem Ort der Vertrauen, Geborgenheit und Respekt ausstrahlt, bekommen sie den nötigen Mut, auch persönliche und oft tabuisierte Fragen zu stellen. Mädchen und Jungen können hier in getrennten Gruppen lernen, was ihnen zu Hause nicht immer vermittelt wird. Zusammen mit einer Hebamme des Geburtshauses, sowie einer Kunstpädagogin können sich Mädchen und Jungen ihr "Fachwissen" im Gespräch selbst aneignen und die Erfahrungen anschließend in Text und Bild auch ausdrücken.

Phase 1: Im Gespräch mit einer Hebamme des Geburtshauses

Im Gespräch mit einer Hebamme des Geburtshauses erfahren Mädchen und Jungen, je nach Vorkenntnissen unterschiedlich detailliert, wie ein Baby entsteht, wächst und geboren wird. Sehr praktisch hören und erleben sie, welche Unterstützung die werdenden Eltern dabei bekommen. Dazu gehört unter anderem, wie Frauen sich auf die Geburt vorbereiten, was Väter erleben und wie sie unterstützen können, aber auch was ein neugeborenes Baby an Fürsorge braucht.

Phase 2: In Aktion mit dem kunstpädagogischen Angebot

Das Projekt bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre Fragen oder das vorhandene Gesundheitswissen durch kreative Angebote auch emotional zu verankern. Der individuelle Ausdruck fördert dabei das aktive Lernen. Medizinisch kompetente Gespräche und das gemeinsame Anschauen der erarbeiteten Bilder vertiefen das eigene innere Erleben und Wissen der Jungen und Mädchen.

Ø Nachhaltig: Für die weitere Arbeit mit dem Thema kann das jeweilige Ausdrucksmittel und der Grad an Intimität so gewählt werden, dass eine Präsentation der Bilder in der Schülerzeitung, auf der Homepage oder auf Stellwänden im Foyer folgen kann.

Weitere Infos:

Das Projekt Lernen im Geburtshaus besteht seit 8 Jahren im Geburtshaus und Zentrum für Primärgesundheit in Bonn. Wir haben es, von der Medizinjournalistin und Ärztin Stefanie Schmid-Altringer angeregt und entworfen, mit ihr und den Mitarbeitern der pro familia Bonn entwickelt.

Es wurde ein Förderprojekt der Stiftung Jugendhilfe in Bonn. Berufliche Kapazitäten, Projekterfahrungen und Organisation führten dazu, dass in den letzten 3 Jahren nur noch Mitarbeiterinnen des Geburtshauses, 2 Hebammen und eine Kunstpädagogin, mit dem Projekt betraut waren.

Die Schüler*innen kommen zu einem 2 1/2 stündigen Besuch ins Geburtshaus, der in 3 Phasen verläuft:

° Besichtigung der Einrichtung

° Inhaltliche Vermittlung zu den Themen Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Elternwerden, Hebammenberuf

° Gestalterische Umsetzung des Erlebten

Jede Phase dauert ca. 45 Minuten.

Während der Besichtigung lernen sie das Angebot, die Arbeitsbedingungen und die Philosophie unserer Einrichtung kennen. In der Themenstunde erläutert die Hebamme mit Anschauungsmaterial, das angefasst, zugeordnet und "ausprobiert" werden kann und mit viel Möglichkeit für Fragen und Antworten den gewünschten Themenbereich.

Der außerschulische Rahmen und die ungezwungene Atmosphäre machen es möglich, sich auch über schwierige Themen auszutauschen. Persönliche Fragen können so „ganz nebenbei“ gestellt und beantwortet werden.

Die Förderbedingungen sorgten dafür, dass insbesondere Schüler*Innen mit Förderbedarf aus intergrativen Schulen an dem Projekt teilnehmen konnten. Die Förderung sorgte auch dafür, dass die ProjektmitarbeiterInnen ein angemessenes Honorar erhielten. Jede Veranstaltung wurde dokumentiert und dem Förderer nachgewiesen. Ein Jahresbericht diente allen zur Orientierung und der weiteren Bewilligung der Fördergelder. Diese Bedingungen endeten im Jahr 2018. Die Förderung des Projektes ist ausgelaufen. Seit dem führen wir das Projekt in Eigenregie und nach unseren Möglichkeiten weiter.

In den 8 Jahren haben wir jährlich 6 – 10 Klassen betreut. Über 1000 Kinder und Jugendliche haben das Geburtshaus besucht.

 

 

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